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Debütalbum: Löwen am Nordpol – Vom Stochern in der Asche

Löwen am Nordpol. Was für ein Bandname! An dieses anfangs sperrig wirkende Bild muss man sich erst einmal gewöhnen. Doch nicht nur daran, auch die Musik umweht etwas Besonderes: hier wird kein glattgebügelter Mainstream geboten wie er es sich derzeit in der deutschen Indieszene bequem zu machen droht, sondern größtenteils dreist ins Ohr gehender Lärm, zu dem man eigentlich sofort irgendwohin fahren möchte.LaN_Cover

Energisch, schnörkellos und direkt auf den Punkt, klingen die Berliner mitunter amerikanischer als so manch amerikanische Band in den 90ern. Auch in ihren Texten wird die typisch deutsche Hausmannskost verweigert, Zeilen wie „Kapitän komm aus dem Knick, denn diese Stadt sie wartet nicht… bring mich bitte endlich nach New York!“ zeugen stattdessen von erfrischend mitgröhlbaren und dennoch cleveren Lyrics die in jeder Stimmung zu funktionieren scheinen.

Die Band selbst nimmt sich dabei zum Glück nicht allzu ernst und lässt auf Konzerten statt seriösem Muckertum lieber schlechte Kalauer vom Stapel. Und fragt man nach der Entstehung des Bandnamens, so wird einem lediglich ein süffisantes „das kam uns irgendwie so zugeflogen und klingt doch ganz schick“ entgegnet. Auch dass es die Band erst seit dem Jahr 2012 gibt und ihre Musik bereits nach dem ersten Konzert im Radio lief, scheint nicht sonderlich für Aufregung bei dem Trio zu sorgen. Understatement auf allen Ebenen. Fast. Denn dass wir es hier mit erfahrenen Musikern zu tun haben die wissen was sie tun, wird in Statements wie diesem deutlich: „Unsere Musik mag vielleicht nicht modern klingen, dafür aber zeitlos.“

Und so ernennt man sich dann auch gleich ganz unverschämt zu Deutschlands lautester Pop-Band. Nach einem Ihrer Konzerte könnte man meinen, sie hätten tatsächlich Recht.

VÖ 03.11.17: LÖWEN AM NORDPOOL – ALBUM: VOM STOCHERN IN DER ASCHE

https://www.facebook.com/loewenamnordpol

Label: BRM – Bosworth Recorded Music