SEDLMEIR – Fluchtpunkt Risiko
Herbst 2017: Ein Engel ist zurück mit einem neuen Album.
“Fluchtpunkt Risiko” lautet der verwegene Titel seines sechsten Langspielers. Mit sich selbst als Testperson taucht Sedlmeir ab in die Spiralen menschlicher Idiotie und ewigen Wollens, nur um die Beschaffenheit des Nichts aufzuzeigen. Obwohl knallharter Emotionalist, klingt er erstaunlich klar und analytisch – seine typisch schwarzhumorig-sezierenden Texte spielen wieder die zentrale Rolle und beschwören die Romantik der Sachlichkeit. Bei Sedlmeir erscheinen sie im Gewand von Space-Pop-Songs, schmutzigen Krimi-Rockern und absurder Unterhaltungsmusik. Risiko

Schon der Opener “Gut” tapeziert die Herzen der Hörer mit stoischer Schlichtheit und beschreibt die Schönheit des Zusammenlebens vom Frühstück bis zum letzten Bier morgens um vier. Ein Liebeslied.
“Ewiger Diskoschuh” inszeniert stampfende Beats, wabernde Wüstengitarren und den (nicht immer vergeblichen) Versuch, dem Leben Glamour abzutrotzen.
Es folgt die verblüffend kurze Abhandlung von Entstehung, Werdegang und Wirken des Menschengeschlechts. Der Schnellrocker “Der Mensch” führt die vermeintlichen Errungenschaften der Zivilisation vor. War demnach alles umsonst?
Wenn ja, macht nichts, denn die Option einfach nur herumzustehen hat Sedlmeir immer im Blick. Sogar einen Song hat er ihr gewidmet. In “Ein guter Tag zum Stehen” steht er auf alle nur erdenklichen Arten herum – im Leben, im Regen, vorwärts, und mit dem Rücken zum Bauch. Dazu schranzt die Gitarre das ultimative Herumsteher-Garagen-Riff.
Was dann kommt, ist eine Selbstverortung im Roulette der Zweiklassengesellschaft, “Oberklasse Unterschicht”. Klar, auch als Künstler fliegen einem die Millionen nicht von selbst in den Koffer, da bleibt nur der immer gleiche Ausweg – das Weitermachen, das Risiko als ewiger Fluchtpunkt.
Anderen schlaue Ratschläge zu geben ist nicht unbedingt Sedlmeirs Ding. “Richtlinien für junge Männer”, einer Art Verhaltens-Ratgeber für die männliche Adoleszens in den schwierigen Zeiten der Testosteron-Flutung, musste allerdings sein. Dekonstruktiv wirkt die DaDa-Hochgeschwindigkeits-Hymne “Immer geradeaus”. Sie verbindet zwei Stile, die so gut selten zusammengepasst haben: ‘Oi’ mit ‘Wave’ zu ‘Oi-Wave’.
Und nun? Alles kaputt? Woher denn! Im Verbrechersong “Kriminalität” singt Sedlmeir vom ‘Schmiere stehen auf St. Pauli’, wobei er fast so romantisch klingt, als stünde er nachts am Strand von Capri, um den Sternenhimmel zu bewundern. Sehnsuchtsorte sind nun einmal innere Orte. Sedlmeir beschreibt seinen Sehnsuchtsort als “Downtown, Hauptstr. 1”. Tja, aber auch dort muss der Schornstein rauchen. Eine Reihe unseriöser Tipps zum Geld verdienen gibt es im “Verkäuferlied”.
Das meiste Geld liegt bekanntlich in den Steueroasen, weshalb Sedlmeir sich am Ende nach Monte Carlo aufmacht, um dort a: Alles zu gewinnen oder b: Alles zu verlieren.
Das klärt “Sonntag in Monte Carlo” nicht auf, aber Sedlmeir war – zumindest innerlich – schon oft in Monte Carlo und ist dort – rein äußerlich – grandios abgeschmiert.
Aber der Glanz und der Glamour, die Sehnsucht und das Funkeln im Auge sind ihm trotzdem geblieben. Kein Wunder, lautet doch sein Credo: Kraft aus Stärke schöpfen!
“Fluchtpunkt Risiko” erscheint am 27. Oktober 2017 auf Rookie Records.

Sedlmeir – Ewiger Diskoschuh (official video)

Kategorie: Unterhaltungsmusik im Zeichen des Rock’n’Roll
Bestehend aus: 20 % Garage-Rock + 20 % Space-Pop + 15 % Kraut-Jive + 20 % Chanson + 10 % DaDa + 15 % LoFi + 10 % Oi-Wave = 110 % Sedlmeir

https://www.facebook.com/H.Sedlmeir/
http://www.sedlmeir-rock.de/

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