„Was soll ich denn mit acht Eimern Hühnerherzen?“, werden sich jetzt viele fragen. Nun, hat denn hier irgendjemand gesagt, dass man die essen soll? Diese Acht Eimer Hühnerherzen sollte man sich aber anhören! Das Debüt Album des Kreuzberger Trios strotzt vor anarchistischer Unbekümmertheit. Die Regeln von Punk, Folk und auch Songwritertum eiskalt ignorierend haben sie hier alles in einen Topf – nein – in einen Eimer geschmissen und kräftig durchgerührt und somit eine Platte geschaffen, auf der ein guter und unverwechselbarer Song auf den Nächsten folgt. Und das nicht nur in Dur!

Alles ist „handgemacht und keine Tricks und Effekte“ und klingt lange nicht so abgelatscht wie dieser Vergleich – nein – ACHT EIMER HÜHNERHERZEN haben nichts mit diesem Unplugged- Hype zu tun, den es da mal in grauer Vorzeit gab, als alle Bands meinten, mal ein bisschen ruhiger sein zu müssen und einen auf besinnlich machten. Bei ACHT EIMER8 Eimer Hühnerherzen_Sheet[1] HÜHNERHERZEN ist das anders, die haben von Anfang an den Stecker nicht gefunden und müssen jetzt so dermaßen auf ihren akustischen Instrumenten Vollgas geben, damit auch ja keine Möglichkeit aufkommt, sie in diese oben genannte Schublade zu schmeißen. Apocalypse Vegas Gesang mit dem Charme einer ungezogenen kleinen Rotzgöre, dazu ihre mit zarten Akkorden gezupfte Konzertgitarre, die dennoch oft wie ein ganzes Klavier erklingt, Sen Bottrops donnernder und punkrockender Akustikbass mit Fuzzpedal und dazu Bene Diktators treibende Minimal-Drums lassen keinen Zweifel aufkommen, hier gibt es „Kerosin“ statt Lagerfeuer, „Tränengas“ statt Tränendrüse. Und wer das nicht glaubt, dem wird die „Lederhelene“ den Hintern versohlen. Sie selbst bezeichnen ihren Musikstil als „Powerviolence-Folk mit Kakophonie und Bindungsangst oder auch Wandergitarren-Hardcore, ein post-dadaistischer Soundtrack-of-our-Lives für die drei großen „A“s der Städte: Alleinerziehende, Alkoholiker und Allergiker…und alle anderen Lost Souls“. Kann man durchaus so sehen.

Wer es jetzt noch genauer wissen will: Irgendwo zwischen Hansaplast und Violent Femmes, zwischen Lassie Singers und akustischen Pixies, X und Firehose, Lilliput ohne Gepfeife, Neonbabies ohne Humpe, Wir sind Helden plus Anarchie und Genialität und das alles mit dem Segen von Jonathan Richman und den Modern Lovers. Aber ACHT EIMER HÜHNERHERZEN ist sowas auch egal.

 


Das Album wurde an 2 Tagen mit Konzertgitarre, Akustik Bass, Mini-Drumkit und Fuzz-Pedal von Smail Shock (u.a. The Shocks / Zack Zack) im Studio B, Berlin aufgenommen. Bei einem Stück ist ein echtes Klavier zu hören.
Alle Songs sind von Acht Eimer Hühnerherzen außer „Jeden Abend werfe ich“ – Erich Mühsam, 1909.

Acht Eimer Hühnerherzen sind:
Apocalypse Vega – Gesang, Gitarre
Sen Bottrop – Bass, Fuzz, Chor
Bene Diktator – Drums, Chor, Klavier, Gitarre

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