Love A stehen weniger für die direkte politische Zeigefingerkeule. Die Haltung der Band zeigt sich eher darin, dass sie die Reflexion des alltäglichen, persönlichen Erlebens, Scheiterns und Zweifelns mit politischen Kontexten vergleicht und in Beziehung setzt. Eben davon erzählt ihre erste Single, Nichts ist leicht, die Teil ihres vierten Albums ist, Nichts ist neu, das am 12. Mai auf Rookie Reocrds veröffentlicht wird.

Nichts_ist_neu

Wollen wir es direkt bleiben lassen? Nichts ist neu. Fatalistischer kann der Titel eines vierten Longplayers kaum klingen. Und das ist es ja auch. Ein Stück weit. Du kannst es nicht lassen, auch wenn es nichts ändert, alleine nicht und als Band nicht, und dann sind zwölf neue Songs entstanden, die du der Welt um die Ohren geben willst.

Autor und Musiker Dirk Bernemann über Love A:
Love A ist wie diese Szene in einem Film Noir, bei der plötzlich aus dem Nichts jemand losschreit, an einer Stelle, an der du eigentlich erwartet hast, dass er am Boden liegenbleibt und weiterraucht. Dann explodiert was. Irgendjemand schreit weiter. Hauptsache alle schreien! Aber diese Schreie resultieren aus eben jener präzisen Angepisstheit, die nie zu einer Angepasstheit werden kann. Texte, in denen sich kein Selbstoptimierer wohlfühlt – und Musik wie schräge Architektur, an der du nicht vorbeigucken kannst.
Schweiß, Tränen und emporgereckte Fäuste. Das willst du doch? Datt is Punk, verstehste? Aber so richtig: Mit allen Emotionen, die du auch von zu Hause kennst. Aber es geht um weit mehr als dieses „Das-Bier-ist-alle-Gefühl“. Denn alles ist alle – und es kommt nie wieder. Es geht um Gefühle. Um alle. Von ganz oben nach ganz unten innerhalb von 7 Schnäpsen. Mäandernde Melancholie und präziser Pop. Du willst dich bewegen und gleichzeitig aggressiv auf der Stelle treten, bis vielleicht ein Loch entsteht, in das du dann verschwinden kannst, weil all das auch dich betrifft:
Jedes Wort, jeder Ton. Kopf aus, Musik an.“

“Das ist genau das Ding, das alle sehen wollen!
Ein erfreulicher Moment, oder nicht? Sofortiger Zuspruch von außen. Sicherheit durch Anklang. Weil das Innen oft nicht stark genug ist, ganz alleine zu ermessen, ob man das Richtige tut. Das geht doch jedem Menschen so. Manchmal zumindest. Viele Künstler richten zum Beispiel ihr Tun irgendwann nur noch darauf aus, was sie glauben, liefern zu müssen, statt unvoreingenommen und autark die eigene Seele auf´s Tablett zu packen. Sie überhören die innere Stimme, weil der Zuspruch von außen plötzlich lauter schreit. Das Maß der Dinge ist. Dabei kam es ganz schleichend… Aber es blieb. Blieb so lange, bis Ekel und Unzufriedenheit gegenüber der eigenen, fremdgesteuerten Person daraus erwachsen sind. Genauso auch zu beobachten in ganz gewöhnlichen, zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie sind also ein Mensch und in einer unglücklichen Beziehung gefangen? Mit einem anderen Menschen, oder der eigenen Leidenschaft?
Dann ist dieser Song für Sie. Dann wird es Zeit, für ein reinigendes Gewitter. Dann muss ein Ende mit Schrecken her. Sie verstehen.
Denn auf Schrecken ohne Ende hat hier zwar niemand Bock – aber für Happy Ends sind dann doch eher DIE ANDEREN zuständig. Nicht LOVE A.”  —  Jörkk Mechenbier

 

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